DEUTSCH - GEORGISCHES ZENTRUM
FÜR INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN


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Lieber Ali,

ich habe den Moment verpasst, Dich in diesem Jahr noch einmal zu sehen. Dein plötzlicher Tod ist einfach dazwischen gekommen.
Aber vielleicht erreichen Dich diese Zeilen irgendwie da Draussen in den unendlichen Weiten des world wide web?

Gemälde von Pirosmani

Anfang der 90er Jahre hast Du mit Gerd und Thomas  das Abenteuer “Osteuropa” begonnen. Mit Umweg über Moskau seid ihr dann in Kutaissi (Westgeorgien) gelandet. Die Geschäfte liefen so la la, aber ihr seid so fasziniert von Georgien gewesen, dass ihr in Gelsenkirchen das “Deutsch-Georgische Zentrum für Internationale Beziehungen e.V.” gegründet habt.

Mit Deinen Russischkenntnissen hast Du Gerd unterstützend zur Seite gestanden und warst jahrelang sein Stellvertreter. Intensiv hast Du Dich um die Belange im Verein gekümmert: Schüleraustausch, Studentenbetreuung etc. Unvergesslich bleibt auch der Besuch des “Bagrati-Chors” in Gelsenkirchen und die CD-Aufnahme.
Du bist immer gerne nach Kutaissi gefahren, denn Du liebst das georgische Essen und den georgischen Wein. Du hast getanzt und immer wieder Dein Lieblingslied “Suliko” gesungen. Und so werden Dich auch Deine georgischen Freunde immer in Erinnerung behalten!

Doch dann haben zwei Schlaganfälle kurz hinter einander Dich aus Deinem aktiven Alltag gerissen. Du hast Dich zurück ins Leben gekämpft und zunächst den Kampf auch gewonnen. Du hast Dich ganz in Deine Familie zurückgezogen. Deine Frau Elke hatte das Glück ihre Arbeitszeitstunden auszudehnen und den Unterhalt der Familie zu sichern. Du hast die Stellung zu Hause gehalten. Zusammen mit Deinem Sohn Sebastian hast Du den Garten neu gestaltet und die Wohnung renoviert. Währenddessen hat Deine Tochter Sarah das Abi und den Führerschein gemacht.

Du hast den Verein verlassen, aber Georgien nie den Rücken gekehrt. Dein Kontakt nach Kutaissi zum Georgisch Deutschen Zentrum ist nie ganz abgerissen.

Auch wir beide hatten noch Pläne in Bezug auf Georgien:
 - Zusammen mit Hermann nach Georgien zu fahren,
 - eine self-made Bierbrauerei in Georgien zu gründen,
 - dokumentarisch den Weg des Manganerzes Anfang des 20.
   Jh. von   Chiatura   (Westgeorgien) ins Ruhrgebiet,
   insbesondere nach Gelsenkirchen, nachzuvollziehen...

Nun sitzt Du irgendwo auf einer Wolke und schwebst über Kutaissi und Deinem geliebten Gelati-Kloster. Du bist nicht allein da oben, neben Dir sitzen unsere verstorbenen georgischen Freunde. Ihr lasst euch das georgische Essen und den Wein schmecken. Und wenn wir hier unten ganz still an Dich denken, dann können wir auch hören wie Du “Gaumardsoß” ausrufst und “Suliko” singst.

Danke für Alles, was Du  uns gegeben hast!

Auf Wiedersehen Ali - mach´s gut - nachwamdiß!

Anja

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